Dehradun & Rishikesh – Über Massagen und Rafting auf dem Ganges
Boooooar, auch wenn ich es bereits geschrieben habe. Hier wird es echt nicht langweilig. Man wird von Affen attackiert, von ihnen sogar beim Arbeiten beobachtet und man trifft auf interessante Menschen – manchmal sogar zufällig an zwei verschiedenen Orten, die 3000km voneinander entfernt liegen, ohne dies abgestimmt zu haben. Ganz komische Zufälle passieren hier. Irgendwas Tolles und Schönes passiert jeden Tag.

(Immer für Überraschungen gut: Mann, der Paula ein Ständchen singt)
Aktuell sind wir in Rishikesh, DEM Mekka für Yoga, Meditation und Ayurvedische Massagen. Dementsprechend viele “Hängengebliebene” Möchtegern-Gurus, wie ich sie nenne – ja, genau die mit 2 Meter Dreadlocks und 20 Zentimeter Brustweste aus Kamelleder – Grünenwähler oder Hausbesetzer, wie man sie in Deutschland einschlägig kategorisiert. Da kommt man sich mit seinen kurzen zwei Monaten Aufenthalt in Indien total lächerlich vor, wenn man hört, dass Leute 5 Monate, oder gar 5 Jahre hier verbracht haben. Viele wissen es auch auch gar nicht mehr… Aber eins steht fest: Ich komme zurück, irgendwann, für länger. Indien kann man nicht mal eben in zwei Monaten, auch wenn ich schon zuvor hier war, erleben.

(Indische Straßenhochzeit – auf der wir spontan mittanzten)
Zurück zum Thema: Eigentlich wollten wir von Gangotri nach Dehradun um dort den Zug nach Varanasi, dem größten schwimmenden Scheiterhaufen der Welt, zu erwischen. Wäre theoretisch auch möglich gewesen, 800km, 20 Stunden mit dem Zug für 2 Euro. Auf die Frage hin, ob es denn auch praktisch möglich sei, überhaupt den Zug besteigen zu können, versicherte die nette Fahrkartenverkäuferin: Kein Problem – “not so crowded, this time”
Am Zug angekommen, suchten wir unsere Klasse aus den Fünf vorhandenen, und stellten Folgendes fest: Hier bringen uns keine zehn Pferde rein. Absolut überfüllt, Menschen stapelten sich fast übereinander. Getrost drehten wir uns um und checkten im nächstbesten Hotel ein.
Der nächste Tag verlief richtig entspannt. Route neu organisiert. Varanasi und Agra (da wo das Taj Mahal steht) gestrichen und stattdessen entschieden hier in der Region zu bleiben und dann mit dem Flugzeug von Delhi nach Jaipur zu fliegen. Budgetplanung musste leicht planwirtschaftlich nachkorrigiert werden. 80 Euro schlagen da schon gut rein.
Ich freue mich total. Warum? Nord-Indien ist nicht das Indien, was ich kennen und lieben gelernt habe. Es kommt mir gebildeter, ruhiger, sauberer und gelassener vor. Die Menschen sind UNBESCHREIBLICH nett, dass sich mir manchmal die Frage stellt: WARUM? Unser Bootspartner auf der heutige 16km Raftingtour auf dem Ganges lieferte mir die Antwort: Nordindien wurde weniger kolonisiert, als der Süden, weshalb man ein besonders sanftes Gemüht hat. Ich glaube und akzeptiere es.

(Zeit besitzt in Indien keinen Wert – Stress und Zeitdruck nicht existent)
Darüber hinaus wurden wir – vollkommen ohne eine Gegenleistung zu erwarten – prompt an einem Tempel zum Essen eingeladen. Ein älterer Herr mit Turban, vor denen ich aus irgendeinem unerfindlichen Grund mehr Respekt habe, als vor den anderen Indern, organisierte uns einen Platz (Hocker vor einem Motorrad) und unser Essen, was gut sättigte.
Die nächsten Stunden verbrachten wir damit durch die kleinen Gassen Dehraduns zu schlendern und Fotos von Kindern, Verkäufern und anderen Passanten zu machen, die uns (eher Paula, da größere Kamera) alle gar dazu aufgefordert haben: PICTURE, PICTURE!!! PLEAAASEEE!

(Sparwitz: Frau am Steuer?)

(Kulhad Lassi mit VIEL VIEL Mandelsplittern und einem Hauch von Eis)
Irgendwann ging es dann weiter nach Rishikesh, ich hatte keinen Plan was mich hier erwarten sollte, doch wurde nicht enttäuscht. Irgendwie erinnert mich dieser Ort an einem Süd-Tiroler Wintersportort, nur mit unzähligen Yoga-, Massage- sowie Meditationshallen, anstatt Aprésski-Hütten. Dieses Image machten wir uns am ersten Abend gleich zu Nutze und ließen uns ordentlich ayurvedisch durchkneten (viel viel Öl), was äußerst professionell und gekonnt von statten ging. Preis war sehr stattlich für indische Verhältnisse: 7 Euro für 60 Minuten. Aber man lebt ja nur einmal…darum rundeten wir den Abend mit dem Besuch einer “German Backery” ab. Lecker.

(Baba Massagecenter)
Heute gestalten wir unseren 1-Tagesplan erneut getreu dem gestrigen Motto und beschlossen “Rafting auf dem Ganges sei eine gute Fortsetzung zum Trip zur Quelle des Ganges!”. Und es war GEIL, GEIL, GEIL! Direkt ins EISKALTE (8°C?) Wasser gefallen und als letzte “gerettet” wurden, da die anderen Inder im Schlauchboot dem Schwimmen nicht mächtigen waren. Anschließend noch von ‘ner Klippe gesprungen und 100m im Ganges treiben lassen – KALT, KALT, KALT! So viel erlebt in so kurzes Zeit. Vor einer Woche noch an der Quelle, heute schon darauf.

(In Rishikesh gibt es viele Affen, manche aggressiv, andere weniger)
So viel von hier…jetzt geht’s erstmal was essen, denn Sport macht hungrig.





























