New Delhi – Von Chucks & Ärzten
Ganz ehrlich: Eigentlich habe ich gerade GAR KEINE Lust vor dem Laptop auf der Dachterrasse unseres Hotel vor einer EISKALTEN Cola zu sitzen und diese geistigen Dünnflüsse hier in den Laptop zu pressen. Besonders gut wird er auch nicht werden, das ahne ich schon.
Warum? Fix erklärt: 1. Ich bin krank. 2. Ich bin so was von VOLL GEFRESSEN.
Um euer Mitleid vollständig zu ergattern möchte ich im Folgenden (klingt wie eine einstudierte Aufsatzeinleitungsphrase des 9. Klasse Deutschunterrichts) darlegen, warum 1. und 2. zusammenhängen.
Nach unserem geilen UNGEPLANTEN Ausflug nach Rishikesh, der dann in ein Bungee Jump-Rafting-Eisbadeausflug ausartete, ging es ab nach Delhi, wo es uns leicht fiel ein neues Hostel zu finden, denn wir waren ja bereits in Delhi – vor unserem Himalayaspaziergang.
So wählten wir unser alte Behausung, der BOMBAY PALACE, das wohl schäbigste Hostel Indiens – mit Duschwasser, welches nach Rattenkadaver stank, wenn es dann mal aus der Leitung tröpfelte und einem Zimmer ohne Fenster, dafür mit 1m x 1m großen “Dessert-Cooler”, der einen Effizienz eines indischen Beamten Arztes (siehe nächster Post) besaß. Ach ja, beim ersten Aufenthalt wurde ich so gar Ohrenzeuge einer Geburt im Nachbarzimmer, 5 Stunden lang, auf Afghanisch. Bombe! (LOL) Blieb uns aber diesmal erspart.
Denn eigentlich hatten wir nur ein Ziel:
Ab in ‘nen Club und zu Bollywood Musik abtanzen (ich mehr zappeln, Paula mehr tanzen, denn sie kann das voll gut). Im Gegensatz zum ersten Versuch vor unser Himalayatour klappte das auch erst einmal so weit. Zuerst checkten wir im “Le Meridian” (dem KRASSESTEN Hotel, was ich je gesehen habe – billigstes Zimmer pro Nach 200 EUR) ein und stellten fest, dass der besagte Club vor 5 Jahre geschlossen wurde. Googlen musst gelernt sein, Daniel. Der zuvorkommende Hotelpage gab uns jedoch trotz unseres Outfits, für dessen Wert wir uns nicht mal den billigsten Drink an der Bar hätten leisten können, den Tipp es 500m weiter zu versuchen – im angesagtesten Club der Hauptstadt Indiens: “THE HYPE”. Wir waren natürlich viel zu früh da. 21 Uhr macht noch kein Club in Indien auf. Also zurück nach Pahar Ganj, dem Backpackerparadies Neu Delhis. Das billigste Bier kostet übrigens 104 Rupien in der MyBar, zu erkennen am coolsten Türsteher der Stadt, ‘nem Hippen Opa mit Spitzbart. Lassi, gegenüber der MyBar, sollte man auf jeden Fall auch probieren – der beste Indiens.
Bevor ich weiterschreite, vielleicht ne kurze Einführung in die Club Szene Indiens. Man darf sich einen Club in Indien, nicht wie irgendeine Stadtdisco im Fuhlsbüttel oder Paderborn vorstellen, sondern viel mehr als elitärer Treffpunkt der oberen 5% der Gesellschaft. Eintrittspreise beginnen bei 2000 Rupien (30 EUR), gehen jedoch nicht selten bis 4000 Rupien und OpenEnd. Eintritt ausschließlich für Couples, also Pärchen. Rechnet man dass das auf das Durchschnittseinkommen der Deutschen hoch, wären das mehr als 240 EUR um die Tanzfläche betreten zu können, ohne Sitzplätze. Mit Sitzgelegenheit wären wir dann bei 40.000 Rupien, ich lehnte dankend ab. Hintergrund ist, dass Schanklizenzen nur sehr restriktiv von der indischen Regierung ausgegeben werden und die allgemein gültige Sperrstunde nur dadurch umgangen werden kann, wenn der Club Teil eines Nobelhotels ist, also auf privatem Grund und Boden steht.
Nur gut, dass ich Paula dabei hatte und sie Ihre Chucks (Schuhe) in der Schuhgröße 38 trug. Wieso?
Im Glauben mit meiner westlichen Fresse überall reinzukommen steppte ich natürlich in Jesuslatschen (1 EUR Kick-Schlappen) vorm Nobelclub an, wo uns dann fünf nette indische Bodyguards am Empfang begrüssten.
WEITER GEHT ES MORGEN, die Mücken nerven extremst und MEINE Medizin muss auch noch genommen werden, dazu morgen mehr…
PS: Damit der Beitrag nicht ganz so trocken daherkommt hier noch ein Bild von meinem phänomenalen Friseurbesuch.

New “Delhi-2012-Style”-Friseur = 100 Rupien.