New Delhi – Von Chucks & Ärzten Teil II
“Im Glauben mit meiner westlichen Fresse überall reinzukommen” steppte ich also in Jesuslatschen vorm angesagtesten Club Neu Delhis an – namens “Hype”.
Die erste Sicherheitskontrolle überstanden, kamen wir auf das Gelände des Hotels, wo uns bereits diverse deutsche Nobelkarossen inkl. Fahrer nett entgegenblitzten, die das Abblitzen meiner Erscheinung in Jesuslatschen bei den Türstehern im obligatorischen schwarzen Anzug nicht minderten. Mit einem letzten aufbäumenden “Come on, let me in.”, resignierte dann auch mein starkes Kämpferherz und wir zogen deprimiert von dannen – zum Glück gaben uns die Club-Torsteher (ja, die die im Hotel vorm Club-Tor stehen) den Hinweis: “Hey, tauscht doch einfach eure Schuhe – sie nimmt deine Jesuslatschen, du ihre Chucks”. Fairer Tausch dachte ich mir und wir machten uns daran flux hinter den parkenden Autos (die für einen übrigens eingeparkt werden!) die Schuhe zu wechseln. Die Schuhgröße 38 passte mir wie angegossen … nach indischem Augenmaß (NUR ca. 5cm zu klein)
Voller Elan, Zuversicht und mit den Gedanken im Kopf “Jop, Daniel” – dachte ich mir so “…du wolltest schon immer einmal zu indischen Bollywood Tanzmoves in sieben Nummern zu kleinen Chucks (voll mein Stil!) in einem indischen Nobelschuppen zum Eimer machen”. Der Fakt, dass die Covercharge (im Voraus zu bezahlender Mindesumsatz) bei 2000 Rupien (30 Euro) lag, bekräftigte mein Verlangen nun endlich auf die Tanzfläche zu gelangen. Vorbei an den Tür-(NICHT Tor-)Stehern erblickten wir einen nahezu leeren Club – so gönnten wir uns je erst einmal ein 0,33er Bierchen (war wohl das Billigste) für 6,20 Euro und so nahm der materialistische Abend seinen Lauf…

Die nächsten Tage passierte nicht viel. Paula verpasste mir mal wieder ein Henna auf den Oberarm und wir nahmen den Schlafbus nach Jaipur, wo Paula an einer Hochzeit teilnehmen sollte um ein paar Freunde widerzutreffen. Und was habe ich in der Zwischenzeit so gemacht in Jaipur?
Genau – ich wurde krank. Es begann mit Schüttelfrost, Fieber, Bauchschmerzen und all dem Zeugs. In der typischen Asien-”Touri”-Angst, es “könnte ja MALARIAAAAAAAA” sein, rief die zuvorkommende Paula sicherheitshalber mal den im Reiseführer empfohlenen 24/7 Arzt an, der dann auch recht zügig nach 4 Stunden gegen 0 Uhr eintraf und sich zwei Spritzen in meinen Allerwertesten, ein bisschen Antibiotikum so wie ein paar gut gemeinten Worten mit der Diagnose “Nein, ich GLAUBE nicht, dass es Malaria ist” entledigte. Günstig war es ganz und gar nicht und hatte wohl den Gegenwert einer Woche Krankenhausbehandlung. Was tut man nicht alles für ein gerechtes Indien. Egal, ein paar Tagen bzgl. Arztbesuchen später ging es mir wieder besser. Die Laborwerte zeigten, dass ich irgendeine Bakterieninfektion meiner Leber + Magens hatte (habe?).
Merklich abgemagert schleppte ich mich notgedrungen zu allen amerikanischen Fastfoodketten der Stadt und mied gesunden indisches Essen, um möglichst schnell viel Fett, Zucker und billige Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Und? Bim bam, ich bin wieder fit und die Hose sitzt auch wieder. Da sage mal einer, an Amerika sei alles scheiße.
Aktuell sind wir in Mumbai, der eigentlich (eigentlich, da wir heute noch einmal 1,600km nach Goa düsen um uns dort zu sonnen) letzten Station meiner, und damit unserer Reise. Flugticket Mumbai – Bangkok – Ho Chi Minh City ist für den 04.05 gebucht. 3 Monats Visum genehmigt. Next stop: VIETNAM!