Kanyakumari – AUFMACHEN: Polizei
Nix ahnend ließ ich mich heute gegen 5.52 Uhr am Morgen von einem Inder, der sich gerade genüsslich die Zähne putzte, wecken um noch absolut verschlafen seine Bitte des Handyaufladens über meine Steckdose dechiffrieren zu dürfen. Als gäbe es nix normales auf der Welt…hat doch jeder schon mal erlebt, oder? Business As Usual.
Naja gut, so wurde ich wenigstens gezwungen mir den Sonnenaufgang in seiner vollen Bracht reinzuziehen, denn jeder Inder den ich auf den südlichste Ort Indiens ansprach, assoziierte Kanyakumari mit einem sonderbarem Spiel der Sonne. Noch komplett verschlafen schleppte ich mich auf das Dach meines Hostels wo nichts anderes auf mich wartete, als dutzende Inder auf wiederum ihren Hostels die gespannt auf den Sonnenaufgang warteten.
Kurzum: War für mich ein stinknormaler Sonnenaufgang über dem Meer, aber vielleicht empfinden die Inder da auf einer anderen Ebene. Keinen Plan.
Irgendwie wurde es dann auch schon recht schnell Mittagszeit zu der man hier eigentlich nicht viel mehr machen kann, als ein kurzes korrespondierendes Nickerchen. Gesagt – getan. PLÖTZLICH reißt mich ein extrem starkes Klopfen, ja gar schon Hämmern gegen meine Tür aus dem Schlaf. Schwups schlüpfte ich in ein Straßentaugliches Outfit und überlegte mit, während es weiter heftigste und mit zunehmenden Nachdruck an der Tür hämmerte, was der Inder von heute Morgen denn noch jetzt aufgeladen haben möchte.
Polizei! Aufenthaltsgrund? Haben Sie Alkohol dabei oder andere verbotene Drogen? Passport und anschließend zur Seite treten. Hätte in Deutschland so ein Polizist mit mir geredet hätte ich Ihm den Vogel gezeigt und dezent des Raumes verwiesen. Aber nein, wir kennen ja unsere lieben kleinen korrupten Polizisten nun schon (siehe Verkehrskontrolle in Goa) – und Sie wollen ja schließlich nur mein Bestes: Mein Geld.
Gekonnt verdeckte ich meinen auf dem Bett liegenden Laptop, inkl. Smartphone und Digicam, mit meiner Tasche aus der ich den Pass holte. Man kann ja nie wissen, auf was für Ideen die Polizisten da kommen (entweder Digicam her, oder wir müssen leider Ihren Laptop konfiszieren). Doch ich hatte Glück, nach ca. 5 Minuten wahllosem Gesuche nach Gründen für ein notwendiges Schmiergeld, verschwanden die drei Herren in Uniform dann auch ganz fix wieder. Bye Bye, bis zum nächsten Mal
PS: Ok, es war mehr als ein stinknormaler Sonnenaufgang – es war ein normaler Sonnenaufgang über dem indischen Ozean, dem Arabischen Meer und dem Golf von Bengalen, denn diese drei Meere finden genau hier an diesem Ort Ihren Treffpunkt. Auch sonst ein recht angenehmer Ort, wenig Armut, und eben der wirklich südlichste Punkt Indiens.
PSS: Morgen geht’s dann auf nach Kochi, wo ich einen Abstecher ins Gebirge nach Munnar machen werde bevor ich dann nächste Woche meine 3000km Zugfahrt in den Norden antrete.











